Software lässt sich mit einem Flug von Köln nach London vergleichen: Die Fluggäste, respektive Softwareanwender, haben größtenteils eine ähnliche Ausgangsbasis (Raum Köln/Bonn), wohnen aber innerhalb dieses Raumes dennoch in verschiedenen Gegenden. Außerdem wollen Sie allesamt in die Nähe von London, haben aber auch dort wieder unterschiedliche Ziele. Eine Standardsoftware ist wie der Flug zwischen den beiden Städten, während AppleScripts oder angepasste Software den Individualverkehr zum Flughafen oder sogar die Direktverbindung zwischen zwei Orten darstellt.
Lesen Sie hier, warum der Automator in Tiger Ihr Privatjet nach London ist.

Sehen Sie sich einmal folgende Grafik an, in der eine typische Reiseroute zwischen einem Kölner Haushalt und einem Hotel in London dargestellt wird:

Route Cologne London
1. Ihr Zuhause, 2. Kölner Bahnhof, 3. Flughafen Köln/Bonn, 4. Flughafen Stanstedt, 5. Londoner Bahnhof, 6. Ihr Hotel

Die übliche Reiseroute von Ihrem Kölner Wohnort zu Ihrem Hotel in London ist mit den durchgezogenen Pfeilen gekennzeichnet und führt von Punkt 1 über die Punkte 2, 3, 4 und 5 zu Ihrem Hotel, Nr.6.

Sie fahren wahrscheinlich mit dem Taxi zum Bahnhof, von dort mit der Bahn zum Flughafen; anschließend fliegen Sie mit dem Flugzeug nach Stanstedt, von wo aus Sie mit der Bahn nach London hineinfahren, um auch dort wieder ein Taxi oder die U-Bahn zu Ihrem Hotel zu nehmen.
Interessanterweise dauern die Fahrten zum Kölner Flughafen und vom Flughafen Stanstedt zu Ihrem Londoner Hotel jeweils in etwa so lange wie der eigentlich Flug nach England. In der Grafik lässt sich also festhalten, dass die Verbindungen von 1 zu 3 und von 4 zu 6 jeweils ein Drittel der gesamten Reisedauer ausmachen.

Ebenso verhält es sich mit dem Preis: Ein Billigflieger kostet heute ca. 50 EUR (hin und zurück), für das gleiche Geld bekommt man ein Return-Ticket zwischen London und Stanstedt. Die Taxen kosten insgesamt ebenfalls etwa 50 EUR.

Schön und gut, aber was hat das ganze bitte mit dem Automator zu tun?

Wenn Sie sich die Grafik noch einmal ansehen, so wird Ihnen die gestrichelte Linie zwischen den Punkten 1 und 6 auffallen. Dies ist die Verbindung, die Sie eigentlich suchen, wenn Sie die Route über die Punkte 2, 3, 4 und 5 nehmen.
Sie wollen direkt von Ihrem Zuhause zu dem Hotel in London befördert werden.
Warum also tun Sie das nicht?
Ganz einfach: der direkte Weg ist für Sie ressourcenaufwändiger: Nehmen Sie ein Flugzeug oder einen Helikopter, wird die Angelegenheit sehr teuer. Fahren Sie mit dem Auto, ist die Verbindung zwar direkt, dennoch dauert sie länger, da Ihr Transportmittel nicht so leistungsfähig ist.

Vergleichen Sie diese Situation nun mit einer Software. Angenommen, Sie wollen einen Newsletter an mehrere Hundert Empfänger versenden, der jeweilige Text soll eine persönliche Anrede enthalten und sowohl als Klartext wie auch als HTML-Nachricht versendet werden.

Eine einfache Lösung ist nun, eine preiswerte Shareware dafür zu kaufen, die Ihnen die Standardmöglichkeiten bietet, die jemand zum Versenden eines Newsletters üblicherweise benötigt. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie sich den Vorgaben des Programmes anpassen müssen, um beispielsweise Empfänger zu definieren (Import als Textdatei, Gruppe im Adressbuch anlegen, o.ä.). Dies ist vergleichbar mit dem Umweg bei unserer Reise über die Punkte 2, 3, 4 und 5.

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit direkt zu reisen. Während die Shareware voraussetzt, dass Sie den Weg zum Flughafen selbst finden (sprich, Ihre Empfängerliste in das benötigte Import-Format konvertieren), können Sie auch die direkte Reiseroute wählen, indem Sie Ihre bisherige Empfängerliste in dem Format belassen, das Sie sowieso schon immer verwendet haben und den Import mit in Ihr Newsletter-Programm integrieren. Dabei treten jedoch die gleichen Probleme auf wie bei der direkten Reiseroute zwischen Ihrem Kölner Wohnort und dem Londoner Hotel: Die individuelle Lösung ist ressourcenaufwändiger.

Das heißt, dass Sie entweder einen teuren Programmierer zur Anpassung Ihrer Software beauftragen müssen, oder dass Sie selbst Programmieren lernen, um das Programm zu schreiben. Wenn Sie noch kein Programmierer sind (oder keinen Privatjet haben), ist die individuelle Lösung recht teuer.

Verstanden, aber das hat immer noch nichts mit dem Automator zu tun

Doch, hat es. Der Automator erlaubt es Ihnen nämlich, individuelle Anpassungen Ihrer Arbeitsabläufe ohne weiteres selbst vorzunehmen, indem Sie einzelne Funktionen per Drag&Drop zu einem individuellen Programm zusammenziehen. Sie können am Ende auf Knopfdruck alle Vorgänge, die Sie häufiger ausführen, in einem Rutsch ablaufen lassen, was im Prinzip einer Direktverbindung zwischen Ihrem Kölner Wohnort und dem Londoner Hotel entspricht.

Wenn Sie nicht mehr nach London wollen, kein Problem, ändern Sie das eben und erstellen einen anderen Arbeitsablauf.

Da der Automator Ihnen komplette Arbeitsabläufe erstellt, die keine vorbereitenden Maßnahmen wie das Importieren von Dateien benötigen (bezogen auf das Reisebeispiel vergleichbar mit der Anreise zum Flughafen), ist der Automator im Prinzip vergleichbar mit einem Privatjet, der Sie überall hinbringt, wohin Sie wollen.

Natürlich benötigt Ihr Reiseziel einen Landeplatz, aber ebenso wie bei der Reise ist es so, dass alle größeren Ziele einen Landeplatz haben; wollen Sie wirklich abgelegene Orte besuchen, das heißt, arbeiten Sie mit absolut unüblichen Softwarekombinationen, so können Sie sich immer noch einen eigenen Landeplatz bauen, bzw. den Automator auch um eigene Bestandteile erweitern, die nicht standardmäßig enthalten sind. (Wobei Sie in diesem Fall aber evtl. auch die Möglichkeit haben, diese Erweiterungen mit anderen Automator-Benutzern auszutauschen, die quasi mit Ihnen zusammen einen Flughafen bauen.)

Im Ergebnis lässt sich jedenfalls sagen, dass der Automator Ihnen Ihr Computer-Leben nicht nur sehr viel einfacher machen wird, sondern Sie auch zum Erste-Klasse-Privatjet-Besitzer machen wird.

Seien Sie gespannt!

Publiziert am von André Aulich. Veröffentlicht in Mac OS X.

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