Der mit dem Mac OS X Server standardmäßig installierte Mail-Server basiert auf den leistungsfähigen Open Source-Technologien Postfix und Cyrus. Die enorme Flexibilität dieser Programme erlaubt es Ihnen, Ihren Mail-Server vollständig an die Anforderungen Ihres Unternehmens, bzw. Ihrer Bildungseinrichtung anzupassen.
Leider bietet Ihnen die grafische Oberfläche des mitgelieferten Programms Server Admin nur Zugriff auf die Basisfunktionen, so dass Sie typische Anwendungen wie Spam- und Virenfilter selbst installieren und konfigurieren müssen. Apple selbst wird laut eigener Aussage in Mac OS X Server 10.4 zumindest einen Spamfilter integrieren, ein Virenscanner wurde bisher allerdings noch nicht angekündigt.
Glücklicherweise müssen Sie nicht bis zum kommenden Jahr warten, um Ihren Mail-Server und Ihre Anwender vor Viren und Spam-Nachrichten zu schützen.
Sie können zum einen zwischen verschiedenen kommerziellen Mail-Servern wählen, die als Komplettpakete auf Ihrem Mac OS X Server installiert werden und sich meist vollkommen grafisch bedienen lassen.
Zum anderen können Sie mit Hilfe des integrierten Tools procmail sowie der Open Source-Lösung SpamAssassin und dem in der .Mac-Mitgliedschaft enthaltenen Programm Virex eine eigene Lösung einrichten. Virex lässt sich auch ohne größere Probleme durch andere Virenscanner ersetzen, die über die Kommandozeile angesteuert werden können (wie zum Beispiel Sophos Anti-Virus).
Diese Lösung hat den Vorteil, dass außer der Zeit für eine einmalige Einrichtung und 100 EUR für eine .Mac-Mitgliedschaft keine weiteren Kosten anfallen. Das Trainieren des Spamfilters übernehmen die Anwender, das Aktualisieren der Virendefinitionen lässt sich automatisieren, so dass der administrative Aufwand sehr gering ist. Informationen, wie Sie den kostenlosen SpamAssassin installieren und konfigurieren finden sich online (auf englisch). Informationen zur Spamvermeidung durch procmail lesen Sie außerdem hier.
Wie Sie Virex zum automatischen Scannen aller eingehenden E-Mails verwenden, können Sie hier nachlesen.
Wenn Sie beide Lösungen kombinieren möchten, stehe ich Ihnen gerne als Dienstleister zur Verfügung, um die einzelnen Konfigurationsdateien und Scripts entsprechend anzupassen.
Wenn Sie die in den verknüpften Seiten beschriebenen Installationen abgeschlossen haben, werden Sie folgende Benutzererfahrung erleben:
- Alle eingehenden E-Mails werden vollautomatisch auf Viren und Spam-Inhalte geprüft.
- Anhänge mit Viren werden wenn möglich gereinigt, anderenfalls aus der E-Mail gelöscht und in ein Quarantäne-Verzeichnis auf dem Server kopiert. In beiden Fällen enthält der Anwender eine entsprechende Nachricht, so dass Sie als Administrator auch mit Viren verseuchte Anhänge einsehen können.
- Alle eingehenden E-Mails werden auf Spam-Inhalte überprüft. Ein Punktesystem sorgt dafür, dass Viren mit hoher Spam-Wahrscheinlichkeit entweder gelöscht oder mit der Warnung “Spam” versehen werden. Dies müssen Sie als Administrator konfigurieren.
- Wenn eine E-Mail vom SpamAssassin falsch klassifiziert wurde (Spam als Non-Spam eingestuft wurde oder umgekehrt), so können Ihre Anwender die entsprechende E-Mail per IMAP in einen freigegebenen Ordner für Spam oder Non-Spam ziehen, woraufhin der SpamAssassin automatisch lernt, wie er eine solche E-Mail beim nächsten mal einzuordnen hat. Falls Sie POP als Protokoll verwenden, so können Sie zwei entsprechende E-Mail-Adressen einrichten, zu denen die falsch klassifizierten E-Mails “gebounct” werden (Weiterleitung funktioniert nicht wegen der Änderung der Header).
Wenngleich die Implementierung dieser Lösung ein wenig Sicherheit auf der Kommandozeile erfordert, so ist sie anschließend jedenfalls sehr zuverlässig und lernfähig, was den Administrationsaufwand minimiert. Eine englisch-sprachige Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier, eine PDF-Datei mit einer Präsentation, die ich im Novmeber 2004 auf der Macworld-Konferenz in London gehalten habe, finden Sie hier.

