Wenn Sie mit Final Cut Studio arbeiten, dann wissen Sie, dass Final Cut beim Capturen QuickTime-Dateien erstellt, die keine Dateiendung in der Form .mov tragen. Dies ist normalerweise überhaupt kein Problem, wenn jedoch ein Windows-Rechner auf diese Dateien zugreifen soll (z.B. in einem Xsan-Netzwerk mit Hilfe von StorNext oder über SMB), dann erkennt dieser nicht, um was für Dateien es sich handelt. Er benötigt dazu nämlich zwingend die Dateiendung .mov.

Sie könnten nun einfach ein AppleScript verwenden (das zu jeder Mac OS X-Installation gehört), um die gewünschte Dateiendung hinzuzufügen, dann meldet Ihnen FCP jedoch, dass plötzlich alle Dateien offline seien.
Daher habe ich ein kleines Skript angelegt, dass Sie über die Kommandozeile aufrufen können, sowie ein kleines Programm erstellt, auf das Sie die gewünschten Dateien und Ordner einfach draufziehen.

Wenn Sie eine oder mehrere Dateien auf das Programm ziehen, taucht im Finder jeweils eine zweite Datei im Ursprungsordner auf, die den Namen der Ausgangsdatei erweitert um die Endung _hl.mov (für Hard Link.mov) trägt.
Ziehen Sie einen Ordner auf das Programm, wird ein zweiter Ordner mit dem Namen des Ausgangsordners erweitert um _MOV angelegt, in dem entsprechend geänderte Versionen der Dateien aus dem Ausgangsordners liegen.

Da es nicht sehr sinnvoll wäre, alle Dateien mehrfach auf dem Volume liegen zu haben (das kostet Festplattenspeicher und dauert außerdem beim Anlegen durch den Kopiervorgang sehr lange), benutzt mein Tool Hardlinks aus der Unixwelt. Das bedeutet, dass die ursprüngliche Datei ähnlich wie bei einem Alias erhalten bleibt und nun zusätzlich über einen zweiten Namen erreichbar ist. Da Aliase aber nicht von allen Systemen gleichbehandelt werden, habe ich mich für Hardlinks entschieden, die ebenfalls recht flexibel sind und überdies keinen wirklichen Speicherplatz belegen. Lassen Sie sich nicht dadurch täuschen, dass der Finder Ihnen die volle Dateigröße des Originals anzeigt.

Ein Beispiel: Wenn Sie eine 300 MB-Festplatte besitzen, auf der eine 200 MB-Datei liegt, die Sie auf das Skript ziehen, dann sagt Ihnen der Finder anschließend, dass von den 300 MB Speicherplatz 400 MB belegt und noch 100 MB frei seien. er ist halt ein wenig überfordert mit diesem Unix-Voodoo :-)

Ändern Sie nun die Original- oder die Hardlink-Version der Datei, arbeiten Sie in beiden Fällen an derselben Datei. Wollen Sie Festplattenspeicher freimachen, müssen Sie sowohl die Original- als auch die verlinkte Datei löschen, da die Datei erst dann verschwindet, wenn der ursprüngliche Name sowie der Hardlink gelöscht werden.

Das Programm können Sie nach dem Herunterladen einfach entpacken und in Ihren Programme-Ordner legen. Am besten ziehen Sie es auch ins Dock, damit Sie Ihre FCP-Capture-Ordner später einfach auf das Symbol im Dock ziehen können.

Für diejenigen, die es interessiert – hier ist der Quelltext des UNIX-Scripts, das dem Programm zu Grunde liegt:

#!/bin/bash
#
# =======================================================
#
# written in 12/2005 by Andre Aulich, www.andre-aulich.de
#
# WHAT IS THIS SCRIPT GOOD FOR?
# This script is meant to create hardlinks to your
# QuickTime files created with Final Cut Pro. As FCP
# doesn't attach the suffix .mov to your files, operating
# systems like Windows XP don't recognize the files as
# QuickTime files. Simply adding .mov to the files would
# make these files being offline for FCP, so we decided to
# create hard links to the files that include the
# appropriate suffix.
#
# HOW TO USE THE SCRIPT
# Enter the Terminal, drag the script onto it, then drag
# one or more files or folders into the Terminal and press
# ENTER. If you drag files, the script will simply create a
# hard link in the same folder to the original file and
# add the suffix _hl.mov.
# If you drag a folder into the Terminal, the script
# creates a second folder in the original folder's parent
# directory named like the original folder plus the suffix
# _MOV. Within the folder you will find hardlinks to all
# files in the original folder, yet, they will have the
# suffix _hl.mov. If the original folder includes
# directories, the script simply ignores them as FCP
# doesn't create folders within a capture directory.
# You can also drag a combination of files and folders
# onto the script, it is intelligent enough to understand
# what's going on.
#
# ========================================================

# If you use this script with one or more files, it simply
# creates a hardlink to it within the current directory:

for i in "$@"
do
if ! [ -d "$i" ]; then
ln "$i" "$i"_hl.mov

# If you apply this script to a folder, it creates a second
# folder within the parent directory with the same name like
# the original folder plus the suffix _hl.

else
case $i in
*genhardlinkondrop* ) echo "Ignoring the droppable script itself" ;;
* ) cd "$i"
ORIGINALFOLDERNAME=$(pwd)
NEWFOLDERNAME="$ORIGINALFOLDERNAME"_MOV
mkdir "$NEWFOLDERNAME" ;;
esac
# And now it creates hardlinks with the correct .mov
# suffixes to the FCP QuickTime files

ls -1 "$i" | while read Filename; do ln "$Filename" "$NEWFOLDERNAME"/"$Filename"_hl.mov; done
fi
done

Übrigens habe ich die Software Platypus verwendet, um aus dem Script eine “droppable application” zu machen. Wenn Sie ein UNIX-Script in die Finder-Welt transportieren möchten, ist das Programm einen Blick wert.

Derzeit ist das Script ein schneller Hack, der sowieso überholt sein wird, wenn Apple irgendwann die Dateiendung .mov beim Capturen an die neuen Dateien anhängt.
Bis dahin hoffe ich, dass Sie damit etwas anfangen können.

Publiziert am von André Aulich. Veröffentlicht in Downloads, Mac OS X, Sonstiges.

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